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Wein & Speisen Teil III
Suppen, Fisch und Geflügel
Wein zu Suppe? Das passt doch nicht!
Kaum ein Vorurteil
hält sich in der Weinwelt so hartnäckig wie dieses. Aber
die passende Weinbegleitung kann auch den Genuss an einer Suppe
enorm steigern. Zum Beispiel das Gläschen Madeira oder trockener
Amontillado Sherry zur Fleischbrühe. Oder zur Bouillabaisse
einen Bandol Rouge mit Aromen der Meeresluft. Zu Gemüsesuppen
passen Weine mit pflanzlicher Prägung, z. B. Sauvignon blanc
oder Silvaner. Die kräftige, sämige Kartoffelsuppe verlangt
nach einem muskulösen, säurearmen, buttrigen Weißwein,
z.B. Grauburgunder Spätlese oder Chardonnay. Bei exotischen
Suppen mit Kokos und Zitronengras sind Riesling Spätlesen
(auch halbtrockene) und Zierfandler/Rotgipfler ideale Begleiter.
Die vielfältigen Zubereitungsarten für Fisch, Krusten-
und Schalentiere sind unüberschaubar groß, deswegen
lässt sich eine Pauschalregel nicht aufstellen. Süßwasserfische
haben meist einen leicht erdigen Geschmack, nur ein sehr leichter
trockener Weisswein kann sie begleiten. Zum pochiertem Fisch, z.B.
Forelle passt ein Riesling Kabinett, Grüner Veltliner oder
Müller-Thurgau. Zum herzhaften Fisch, z.B. gebratenem Zander
passt eine Riesling Spätlese oder Grauburgunder. Zum geräucherten
Fisch passt sehr gut ein mineralischer Wein mit Rauch- und Feuersteinaromen,
z.B. Riesling Spätlese aus dem Rheingau, Riesling Grand Cru
aus dem Elsaß oder ein Riesling aus der Wachau. Chablis ist
auch ein mineralischer Wein, der gut zum Fisch harmoniert, denn
die Kreideböden auf dem die Reben wachsen bestehen aus den
Resten urzeitlicher Meerestiere, vor allem Muscheln. Meeresfische,
vor allem wenn sie gebraten oder im Ofen gegart sind, vertragen
kräftigere Weine, z.B. Chardonnay, Sauvignon blanc, Côtes
du Rhône blanc, oder auch ein Rosé. Zum gegrillten
Thunfischsteak mit Rauch- und Röstaromen passt sogar ein Rotwein,
z.B. ein Wein aus dem Mittelmeer mit mediterranen Aromen, aus dem
Languedoc oder Apulien. Auf die Saucen kommt es auch an: Je leichter
die Sauce, desto leichter und fruchtiger sollte der Wein sein.
Je fetter die Sauce ist, desto mehr verlangt das Gericht nach einem
wuchtigeren Wein. Zu Hummer und Garnelen passen am besten hochwertige
weiße Burgunder, kalifornischer Chardonnay und Pouilly Fumé aus
der Loire.
Beim Geflügel spielt bei der Wahl des Weins vor allem die
Art des Geflügels eine wichtige Rolle. Zartes Hühnerfleisch
passt (je nach Zubereitungsart) gut zu kräftigen
Weißweinen oder fruchtigen und säurearmen Rotweinen.
Das kräftige und meist ziemlich fettreiche Fleisch von Enten
und Gänsen braucht hingegen kraftvolle Rote mit kernigen Tanninen,
z.B. Madiran, Cahors oder Carmenère aus Chile. Wenn nötig,
sollte man den Wein aufgrund seines Tanningehalts dekantieren.
Sind bei den Saucen Früchte mit im Spiel (z.B. Kirschen, Dörrpflaumen),
sollte sich das Aroma auch im Wein wiederfinden. Zu Trüffelsaucen
passen erdige Weine mit Noten von Unterholz und Waldboden am besten.
Das zarte und fettarme Fleisch des Hahnchens passt je nach Zubereitungsart
am besten zu Chardonnay oder Champagner, und falls es ein Rotwein
sein soll, dann einen tanninarmen Pinot Noir. Zum ausdrucksvollen
Geschmack eines Fasans mit Sauerkraut passt ein aromatischer Gewürztraminer.
Zum panierten Geflügel, z. B. Backhendl passt ein bodenständiger,
kräftiger Weißwein am besten, der Grüne Veltliner
hat Volumen und ist trotzdem belebend. Geflügelragouts in
einer cremigen Sahnesauce mit Pilzen verlangen nach alkoholreichen
Weißweinen, z. B. üppige Grauburgunder, Chardonnay oder
Silvaner Spätlesen. Bei geschmortem Geflügel in Rotwein
kommen nur Rotweine mit sanften Tanninen in Frage wie Spätburgunder,
gereifter Pinot Noir aus dem Burgund oder Zweigelt.
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