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Was ist Terroir?
Das Konzept "Terroir" umfasst neben den Umweltfaktoren
wie Boden, Klima und Topographie auch die biologischen Faktoren
wie etwa Rebsorte, Unterlage und Alter und natürlich die
menschlichen Faktoren Technik, Weinbau, Kellerwirtschaft aber
auch Geschichte
und Wirtschaft.
Was das Konzept "Terroir" so schwierig macht, ist
das Zusammenwirken der unterschiedlicheren Faktoren und ihre Gewichtung.
Denn Terroir wirkt letztendlich auf die Qualität und auf die
Typizität des Weines ein. Für die Qualität sind
vor allem Klima, Boden und Rebsorte die Hauptparameter. Die Typizität
des Weines wird dagegen maßgeblich von der Verbindung des
Produktes mit dem geographischen Ort bestimmt. Diese geschmackliche
Nachvollziehbarkeit existiert vor allem bei hochwertigen Weinen.
Damit ist das Terroir auch der Ursprung der AOC. Allerdings ist
das Angebot an Weinen, die eine wiedererkennbare Typizität
aus ihrem Terroir haben, oft begrenzt. Das Terroir schafft Raritäten,
dagegen ist die Produktionsmenge von Markenweinen fast nie wirklich
begrenzt. Das wirft die Frage auf, ob das Terroir immer wieder
findbar ist und wie stark die Typizität dann ist, wenn sich
die Rahmenbedingungen ändern Eine Änderung der Rahmenbedingungen
des Terroirs kann der Mensch mittels Flurbereinigungen, Terrassierung
oder dem Einbringen von Folien herbeiführen. Bleibt die Frage,
was ein natürliches Terroir ausmacht? Was wäre, wenn
die Holländer nicht das Médoc entwässert hätten?
Ist das noch unter dem Begriff "Natürliches Terroir"
subsummierbar?
In der Wissenschaft gibt es zwei unterschiedliche Ansätze,
den Bodeneinfluss auf das Terroir zu qualifizieren. Prof. Mario
Fregoni vertritt die Auffassung, dass die Nährstoffe den Einfluss
des Bodens ausmachen: zum Beispiel dass die besten körperreichen
Weine auf kalkhaltigen Böden wachsen (Rioja, Jerez, Toskana,
Marsala, Chablis und Burgund). Seiner Meinung nach steigt die Qualität
mit aktivem Kalk, Kalium, Bor, Eisen und Mangan und sinkt mit zunehmendem
Kupfergehalt. Dagegen sieht Prof. Gérard Seguin von der
Universität in Bordeaux eher die Bodenphysik und damit den
Wasserhaushalt als entscheidendes Kriterium an. Terroir ist für
ihn vor allem eine Geschichte des Wassers und nach seiner Ansicht
fördert ein moderater Wassermangel die Qualität. Für
Weißweinsorten ist das Wasserstress-Syndrom dagegen kontraproduktiv.
Letztendlich bleibt aber die Produktion von großen Weinen
auch eine Sache des Fingerspitzengefühls.
(Auszug aus einem Vortrag von Professor Dr. Hans R. Schulz, FH
Geisenheim)
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