zurück
vor
Weinwissen

Riesling

Riesling gehört zu den nobelsten Weißweinsorten der Welt. Trotzdem ist der Wein jahrzehntelang vergessen worden, auch in Deutschland. Erst in den letzten Jahren wenden sich die Weintrinker wieder vermehrt dem Riesling zu, insbesondere auch im Ausland.

Der Ursprung des Riesling
Der Ursprung der Rebe ist unklar. Vermutlich ist sie aus einer Wildrebe am Oberrhein entstanden. 1430 ist erstmals von einem "Ruslingweingarten" in Worms die Rede, 1464 wurden in Trier erstmals "Ruesseling-Reben" gepflanzt. DNA-Analysen haben vor wenigen Jahren gezeigt, dass der Riesling aus einer spontanen Kreuzung aus dem weißen Heunisch und einer Traminer-nahen Sorte entstanden sein muss.

Die Rebe in Europa
Der Riesling (korrekt: Weißer Riesling, nicht zu verwechseln mit dem Riesling Italico = Welschriesling, der nichts mit Riesling zu tun hat) liefert unverwechselbare, aromatische Weine mit rassiger Säure, die zu den besten und langlebigsten Weißweinen der Welt gehören können. Insbesondere die edelsüßen Auslesen, Beerenauslesen, Trockenbeerenauslesen und Eisweine erfreuen sich großer Wertschätzung . Seine besten Ergebnisse bringt der Riesling in Deutschland, Elsass und in Teilen Österreichs (Wachau, Kremstal, Kamptal). Aber auch in Tschechien und der Slowakei (Ryzlink Rynsky) in Kroatien (Ryzlink Rajinsky) und Ungarn (Rajnai Rizling) wird er erfolgreich angebaut.

Die Rebe in der Neuen Welt
In Neuseeland und in Australien werden größere, in Kalifornien kleinere Bestände von Riesling (dort als Rhine Riesling oder Johannisberg Riesling bekannt) angebaut, immer in den kühleren Regionen. Aufgrund der höheren Temperaturen und der anderen Böden ist der dortige Riesling allerdings alkoholreicher und zeigt Aromen von Zitrus- und tropischen Früchten; in den europäischen Gebieten dominieren Apfel- und Pfirsicharomen.

Die magische Kombination von Säure, Extrakt und Süße
Rieslingwein, wo immer er auch entsteht, ist bekannt für sein kräftiges, scharf geschliffenes Aroma: Blumig, stahlig, honigwürzig, mineralisch, je nach Terroir. Im jungen Alter tanzen sie auf der Zunge, ältere Rieslinge werden cremig und schmelzig und weisen einen Petrolduft auf. Der von Natur aus hohe Gehalt der Rieslingtraube an Weinsäure verleiht ihr ein verlässliches Gegengewicht gegen ausgeprägte Süße. Riesling treibt spät aus, reift langsam, ist frostresistent und prädestiniert für edelsüße Weine, da die Sorte anfällig für Edelfäule ist.

Die deutschen Prädikatsstufen und Öchslegrade
Kabinett: 70°-80° Gesunde, reife Trauben, deren Haut noch straff und grün ist.
Spätlese: 75°-95° Vollreife, meist gesunde Trauben, die weich und gelbgrün sind.
Auslese: 85°-105° Manchmal edelfaul und meistens süß, da sonst der Alkohol zu hoch wäre.

Beerenauslese: 110°-130° Überwiegend edelfaul, Teile der Traube werden herausgeschnitten.

Trockenbeerenauslese: 145°-150°Vollständig edelfaul und zu Rosinen geschrumpft.

Eiswein: 110°-130° Gefrorene Trauben müssen bei minus 7° auf die Kelter kommen, der Zucker wird konzentriert.

Restzuckerwerte
Trocken bis 9 g/l Halbtrocken bis 18g/l Lieblich/Süß bis 45g/l

oben
[Home] [Wein-Club] [Shop] [Service] [Kontakt] [email
oben